Willkommen in der Kreisgruppe Remscheid!
Kreisgruppe Remscheid
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) setzt sich für den Schutz unserer Natur und Umwelt ein, damit die Erde für alle, die auf ihr leben, bewohnbar bleibt.
Seit dem Sommer 2025 ist die Kreisgruppe nun auch in Remscheid aktiv. Unser Ziel ist es, dass die Stadt grüner, lebendiger und naturnaher wird. Dabei weisen wir auf die Gefahren durch weitere Flächenversiegelung in Naturräumen hin, fördern Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene und möchten gemeinsam mit Bürger*innen, Politik und Verbänden umweltfreundliche Lösungen, um Remscheid nachhaltig voranzubringen. Interessierte Bürger, passive Mitglieder und aktive Umweltschützer sind gleichermaßen bei uns willkommen. Kommen Sie einfach bei uns vorbei, schreiben eine Mail oder stöbern vorerst auf unserer Seite!
Kreisgruppe Remscheid
Natur schützen. Zukunft gestalten.
Remscheid ist mehr als nur eine Stadt – ein Lebensraum für Natur, Wälder und Artenvielfalt.
Diese Natur zu bewahren, ist unser zentrales Anliegen. Wir setzen uns dafür ein, wertvolle Lebensräume zu erhalten, Flächenversiegelung zu vermeiden und nachhaltiges Handeln vor Ort zu stärken, Denn jeder Quadratmeter Boden, jede bewusste Entscheidung im Alltag trägt zum Schutz unserer Umwelt bei.
Als Teil des BUND engagieren wir uns für eine zukünftige Entwicklung unserer Stadt bringen unsere Expertise in Planungen ein und informieren über aktuelle Umweltfragen.
Machen Sie mit! Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Remscheid lebenswert und grün bleibt für uns und kommende Generationen.
270 Menschen demonstrierten in Lennep für den Erhalt der Stadtbäume
Großer Zuspruch bei friedlichen Protest gegen den geplanten Verkauf der Wupperstraße- mehr als 200 neue Unterschriften für die Petition
Während in der Presse von lediglich 150 Teilnehmenden und einer kleinen Beteiligung die Rede war, nahmen nach unserer Zählung rund 270 Menschen an der friedlichen Demonstration in Lennep teil. Die große Resonanz zeigt, dass der Erhalt der Stadtbäume und der Erhalt der Wupperstraße vielen Menschen ein wichtiges Anliegen ist.
Anlass der friedlichen Demonstration waren die Pläne, die Wupperstraße an den Investor zu verkaufen. Damit geraten auch zahlreiche wertvolle Bäume in Gefahr.
Die große Beteiligung zeigte eindrucksvoll, wie sehr das Thema die Menschen bewegt. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, die Petition für den Erhalt der Bäume vor Ort zu unterzeichnen. Allein während der Demonstration kamen mehr als 200 weitere Unterschriften hinzu. Damit hat die Petition inzwischen 1730 Stimmen und mit 1382 Unterschriften aus Remscheid nun das Quorum mehr als erreicht.
119 Bäume sollen weichen
Was die Leute zusätzlich verärgerte , ist das am 26.09.2027 vorgestelte Baumgutachten. Von Herrn Dommermuths anfänglichen Aussagen , dass “kein einziger Baum gefällt wird, im Gegenteil , wir werden die Bepflanzung noch aufstocken ” ( Quelle : rp-online.de/nrw/staedte//remscheid/philipp-dommermuth-wir-haben-unsere-hausaufgaben-gemacht_aid-91457931) ist nicht mehr viel übrig geblieben. Das nun vorgestellte Gutachten zeichnet nun ein anderes Bild: 119 Bäume sollen den geplanten Baumaßnahmen zum Opfer fallen. Darunter viele vom Gutachter als „sehr erhaltenswert“ bewertete Bäume.
Diese enorme Diskrepanz zwischen den ursprünglichen Aussagen und den nun vorliegenden Zahlen hat bei vielen Menschen für Entsetzen , Unverständnis und Enttäuschung gesorgt. Betroffen sind auch die wertvollen alten Linden entlang der Wupperstraße und mächtige Rotbuchen mit einem Stammumfang von teilweise drei Metern. Bäume, die über Jahrzehnte gewachsen sind und das Stadtbild prägen, könnten damit unwiederbringlich verloren gehen. Besonders die alten Linden in der Wupperstraße sind von unschätzbarem Wert für unser Stadtklima. Über Jahrzehnte sind sie zu stattlichen Bäumen herangewachsen. Sie binden viel CO2, filtern Feinstaub aus der Luft, spenden Schatten und kühlen durch die Verdunstung an heißen Tagen ihre Umgebung. Zudem bieten sie zahlreichen Vögeln und Insekten einen wichtigen Lebensraum.Ihre ökologische Leistung lässt sich durch junge Ersatzpflanzen auf absehbare Zeit nicht ersetzen.
Bemerkenswert war, dass sich auch Menschen an der Demonstration beteilgten, die dem geplanten Outlet ursprünglich durchaus positiv gegenüberstanden. Angesichts des nun bekannt gewordenen Ausmaßes der Baumfällungen zeigten auch sie sich enttäuschst und frustriert. Es geht längst nicht mehr um die Frage des Outlets, sondern zunehmend auch darum, wie viel wertvolle Natur für ein Bauvorhaben geopfert werden soll.
Enttäuschend war zudem, dass kaum Politiker vor Ort waren. Gerade bei einem Thema , das so viele Menschen bewegt, hätten sich viele Demonstrierende einen direkten Ausstausch und ein offenes Ohr für ihr Anliegen gewünschst.
Ein deutliches Signal an die Verantwortlichen
Die große Beteiligung an der Demonstration und inzwischen 1730 Unterschriften für die Petition zeigen, dass der Widerstand gegen die drohende Baumfällung wächst. Wir hoffen, dass dieses deutliche Signal bei den Verantwortlichen Gehör findet und zu einem Umdenken führt. Es muss möglich sein, nach Lösungen und Alternativen zu suchen, die eine städtebauliche Entwicklung ermöglichen, ohne dafür einen derart großen und wertvollen Baumbestand zu opfern.
Die bisherigen Planungen sollten deshalb noch einmal gründlich überdacht werden.
Die Demonstration in Lennep hat gezeigt, dassn viele Menschen bereit sind, sich für den Erhalt ihrer Stadtbäume einzusetzen. Denn alte Bäume lassen sich nicht einfach ersetzen.Sie sind ein wichtiger Teil unseres Stadtbildes und tragen wesentlich zur Lebensqualität bei. Was über Jahrzehnte gewachsen ist, sollte nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.
Geplantes Outlet
Neue Pläne , offene Fragen zur weiteren Entwicklung
"Wir wollen schneller werden.“
Das erklärte Remscheids Oberbürgermeister Sven Wolf Ende August in einer Pressemitteilung. Auch in der Berichterstattung des RGA war davon zu lesen.
Aber was genau wird jetzt eigentlich schneller?
Ursprünglich sollte das Outlet an die Altstadt. Dann sollte plötzlich in zwei Bauabschnitten gebaut werden. Nun wird es als Verhandlungserfolg dargestellt, dass zuerst doch an der Altstadt gebaut werden soll. Gleichzeitig kommt jetzt die Wupperstraße ins Spiel, obwohl ihre Einbeziehung ursprünglich gerade nicht vorgesehen war.
Und offenbar wurde für die Wupperstraße bereits ein Preis ausgehandelt. Öffentlich ist wiederholt von einem „guten Deal“ die Rede. Die konkreten Vereinbarungen und vor allem die daraus entstehenden Folgen für unsere Stadt und das Umfeld sind für die Öffentlichkeit jedoch nicht vollständig nachvollziehbar.
Nach Berichten muss zuvor sogar noch der Kanal verlegt werden, möglichst mit Fördergeldern.
Und die Bäume?
Schon in den damaligen Planungen waren mehr als 50 Bäume dargestellt bzw. von den Planungen betroffen. Hinweise auf die Größenordnung des Eingriffs wurden teilweise als übertrieben abgetan. In den neuen Planungen scheint der Eingriff nun sogar noch größer zu werden.
Wie viele Bäume fallen tatsächlich? Welche können erhalten werden? Wo werden Ersatzbäume gepflanzt? Wo entstehen die notwendigen Ausgleichsflächen? Und wie werden Natur und Artenschutz bei der weiteren Planung berücksichtigt?
Das sind keine Nebensächlichkeiten.
Bäume spenden Schatten, kühlen unsere Stadt, speichern CO₂, filtern Schadstoffe und bieten Lebensraum für Vögel und Insekten. Sie sind damit ein wichtiger Bestandteil unserer Klimaanpassung und sie machen unsere Stadt lebenswert.
Aber auch wirtschaftlich müssen wir genauer hinschauen.
Wir erleben gerade bei anderen Baumaßnahmen, was es kostet, neue Straßenbäume zu pflanzen oder bestehende Bäume zu versetzen. Für große, gewachsene Bäume entstehen dabei schnell erhebliche Kosten.
Aber was passiert mit dem Wert eines Baumes, der Jahrzehnte gewachsen ist und anschließend gefällt wird?
Der Verlust seiner Kühlleistung, seiner CO₂ Speicherung, seiner Bedeutung für die Artenvielfalt und seiner Wirkung für das Stadtklima taucht in einer einfachen Kosten Nutzen Rechnung häufig gar nicht auf.
Ein Baum ist eben nicht nur ein Stamm mit einer Zahl im Baumkataster.
Und genau hier stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit des gesamten Projekts.
Was kostet uns das Projekt tatsächlich, einschließlich der ökologischen und langfristigen Folgekosten? Und was ist der tatsächliche Nutzen für Remscheid?
Ein „qualitativer Mehrwert“, wie es einmal formuliert wurde, lässt sich schwer erfassen und gegen die tatsächlichen Kosten und Eingriffe aufrechnen.
Remscheid hat Klimaziele, eine Nachhaltigkeitsstrategie und gerade ein neues Stadtbaumkonzept auf den Weg gebracht.
Während viele Städte versuchen, mehr Grün in ihre Innenstädte zu bringen, Hitzeinseln zu reduzieren und ihre Städte klimaresilienter zu machen, droht hier ein anderer Weg.
Wir könnten wertvollen, gewachsenen Baumbestand verlieren und damit genau das Gegenteil dessen tun, was wir uns selbst in unseren Nachhaltigkeits und Klimazielen vorgenommen haben.
Auch die Frage, wie die Altstadt eine jahrelange Bauzeit verkraften soll, darf nicht ausgeblendet werden.
Nun heißt es: „Wir brauchen keinen perfekten Bebauungsplan, sondern einen rechtlich tragfähigen.“
Natürlich muss ein Bebauungsplan rechtlich tragfähig sein. Aber dafür müssen zunächst die wesentlichen Fragen geklärt werden, zu Natur, Klima, Verkehr, Kosten und den konkreten Auswirkungen auf die Menschen vor Ort.
Nach all den Planänderungen, neuen offenen Fragen und noch fehlenden Grundlagen jetzt von „Beschleunigung“ zu sprechen, hat deshalb schon etwas Ironisches.
Und genau deshalb ist die Petition jetzt so wichtig.
Die Planungen verändern sich immer wieder. Was heute noch nicht vorgesehen war, kann morgen plötzlich Teil des Projekts sein.
Wir wollen nicht irgendwann vor vollendete Tatsachen gestellt werden.
Denn wenn Verträge geschlossen, Grundstücke verkauft und Entscheidungen getroffen sind, wird es immer schwieriger, noch über Alternativen zu diskutieren.
Und während über Deals, Bauabschnitte und Beschleunigung gesprochen wird, stehen da die Bäume.
Sie können nicht verhandeln.
Ein gefällter Baum ist unwiederbringlich verloren.
Ein junger Ersatzbaum kann nicht innerhalb weniger Jahre die gleiche ökologische, klimatische und stadtgestalterische Wirkung eines alten, gewachsenen Baumes erreichen.
Gerade weil sich die Planungen derzeit so schnell verändern, wissen wir heute noch gar nicht sicher, welche Bäume am Ende tatsächlich gefährdet sind.
Deshalb müssen wir jetzt hinschauen und handeln, bevor Fakten geschaffen werden.
Genau deshalb unterstützen wir die Petition zum Schutz der Bäume .
Nicht gegen Veränderung.
Sondern für eine lebenswerte, grüne und zukunftsfähige Stadt.
Für eine Stadtentwicklung, bei der Natur und Klimaschutz nicht zuerst weichen müssen.
Wenn euch unsere Bäume und unsere grünen Lebensräume wichtig sind, unterstützt die Petition und helft mit, sie zu schützen.